Leicht und warm

Der Yeti-Passion-Five-Schlafsack im Test

Es ist das alte Dilemma: Wie bekomme ich eine geeignete Ausrüstung für die Bikepacking-Tour ans Fahrrad? Ganz klar, die einzelnen Teile müssen leicht, klein verpackbar und dennoch funktional sein. Aber was nützt ein klein zu packender Schlafsack, wenn er nachts nicht wärmt? Der Yeti Passion Five könnte hier die Lösung sein.

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Sieht kuschelig aus, und ist es auch. Der Passion Five eignet sich hervorragend für Bikepacking-Touren bei kälteren äußeren Bedingungen.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Der Yeti Passion Five ist ein herausragender Schlafsack für Nächte im Freien, in denen die Temperaturen unter Null Grad rutschen. Er ist äußerst komfortabel und dabei sehr leicht und klein zu packen. Wer nicht so schnell friert, der sollte sich vielleicht seine noch etwas leichteren Geschwister Passion Three und Passion One anschauen.

Pro

  • sehr leicht
  • klein zu verpacken
  • hält warm

Kontra

  • kostspielig

Nordisk Yeti Passion Five

Jeder Bikepacker ist versucht, vor seinen Touren das Fahrrad möglichst optimal zu bepacken. Vieles muss mit – Bekleidung für mehrere Tage, Werkzeug, Elektronik, Ersatzteile, Kochgeschirr, Zelt, Isomatte und Schlafsack –, aber das Bike darf für die meisten Abenteuer natürlich nicht zu schwer sein. Wie sonst soll man sportliche Abschnitte der Strecke bewältigen, wie enge schnelle Singletrails oder aber harte und verblockte Bergaufpassagen nehmen, wo das Bike vielleicht sogar geschultert werden muss?!
Geübte Bike-Abenteurer lassen vor diesem Hintergrund meist eine Menge Dinge weg, verzichten dabei auf Komfort. Klar, ein Abenteuer darf auch mal Verzicht bedeuten. Bei den notwendigen Dingen investieren Abenteurer dann meist in Ausrüstungsteile die dem Motto "ultraleicht" folgen. Diesbezüglich hat sich der Markt in den letzten Jahren erheblich entwickelt, sodass für jeden Einsatzbereich das richtige Teil gefunden werden kann. Jacken, Regenhosen, Handschuhe, Zelte, Schlafsäcke – alles gibt es in ultraleicht.

Geöffnet wird der Passion Five mittels eines YKK-Reißverschlusses über die gesamte Schlafsack-Länge. (Auch von unten zu öffnen.)

Leicht ist indes nicht immer das entscheidende Kriterium. Was nützt zum Beispiel ein nur 400 Gramm leichter Schlafsack, der in jede Bikepacking-Tasche leicht hinein passt, wenn man des nachts darin friert?! So ungefähr ist es uns bei einer Bikepacking-Tour im Sauerland ergangen, als es nachts auf 2 Grad Celsius abkühlte, und die Erholung von 10 Stunden Radfahren nicht wirklich funktionierte, weil es eben fröstelte, beziehungsweise zog.
Unser leicht frierender Autor wurde infolgedessen mit mehreren Empfehlungen aus der Bikepacking-Community beschenkt, und immer wieder tauchte dabei der Name Yeti Passion auf. Grund genug, sich die Sache genauer anzusehen. Yeti ist eine deutsche Marke, die sich schon seit langer Zeit großer Beliebtheit unter Outdoor-Fans erfreut. Vor nicht allzu langer Zeit ist die Marke nun von der dänischen Firma Nordisk – bekannt für ultraleichte Zelte – übernommen worden, was einer Optimierung des Gesamtportfolios entspricht.

Gut zu sehen: Der angenehme Wärmekragen hält die warme Luft am Körper fest. Die Kapuze fällt großzügig und somit sehr komfortabel aus.

Yeti produziert Schlafsäcke in allen Kategorien, für Bikepacker ist indes die extrem leichte Passion-Serie hochinteressant. Die Schlafsäcke Passion One, Three und Five lassen sich für ihre Wärmeleistung extrem klein packen und belasten das Systemgewicht des Bikes nur mit wenigen hundert Gramm. Für Radler, die schnell frieren, bietet sich der Passion Five an, die wärmste Version der Passion-Serie. Bei 2 Grad, wo unser Autor gefroren hat, liegt beim Passion Five gerade mal der Komfort-Bereich, der sich im übrigen bis Minus 2 Grad Celsius ausdehnt! Die weiteren Angaben: Limit -7, Extrem -25 Grad Celsius. Er ist gefüllt mit den – wie Yeti sagt – "qualitativ hochwertigsten Gänsedaunen auf dem europäischen Markt".
Wir haben uns die Sache natürlich genau angesehen und sind bei Null Grad Celsius und starkem Schneefall mit einer Lage Merino-Lang-Unterwäsche zuerst in den Five und dann ins Big Agnes Copper Spur 1-Zelt gekrochen (Isomatte: Term-a-rest Neoair Xtherm). Zu Beginn der Nacht (0 Uhr) war es so überraschend und angenehm warm im Schlafsack, dass wohl auch kurze Unterwäsche locker gereicht hätte. Tolles Detail des Passion Five: Der Kordelzug am Wärmekragen, der die Wärme nicht auf Höhe des Halses entweichen lässt, wenn man es nicht will. Ein zweiter Kordellzug bedient die großzügig geschnittene Kapuze, die inmitten der Nacht – als es während der in Seglerkreisen "Hundewache" genannten Stunden zwischen drei und fünf Uhr noch kälter wurde – einmal nachjustiert wurde.

Die zwei nebeneinander liegenden, gut bedienenden Kordelzüge sind für den Wärmekragen und die Kapuze.

Der nächste Morgen brachte die Erkenntnis, dass der Passion Five, der in Größe L (175 bis 190 Zentimeter) gerade einmal 790 Gramm wiegt, eine überragende Leistung gebracht hat. Der Schlafsack hat dermaßen überzeugt, dass unser Autor darüber nachdenkt, auch bei wärmeren Nächten von seinen bisherigen Schlafsäcken auf die Passion-Geschwister des Five zu wechseln. Einziger Haken, wie bei so vielen Klasse-Produkten: Man muss eine gewisse Zeit darauf hin sparen. Aber um so größer ist dann die Freude, wenn man wohlig warm irgendwo in der Natur übernachtet.

Technische Details (Größe L):

  • Gewicht: 790 Gramm
  • Füllgewicht: 500 Gramm (900+ cuin Crystal Down)
  • Länge: 225 Zentimeter
  • Geeignet für Körperlänge: 175 bis 190 Zentimeter
  • Packmaß: 37 x 14 Zentimeter
  • Preis: 699 Euro (Nordisk-Angabe, im Netz gefunden ab 560 Euro)

Nordisk Yeti Passion Five