Kopfschutz ohne Helm

Fahrradairbag: Der Hövding 2.0 im Härtetest

Der Hövding verspricht, der sicherste Kopfschutz für Radler zu sein. Wie schlägt sich der Airbag im Alltag – und im Crashtest?

Datum:
Crashtest_Hoevding

Der Fahrradairbag von Hövding – wir haben den Härtetest gemacht!

So ein Fahrradhelm ist nicht jedermanns Sache: Viele Radfahrer finden die harten Kopfbedeckungen nicht besonders ästhetisch. Der Fahrradairbag Hövding kommt aus Schweden, sieht im Verkehr aus wie eine Halskrause und könnte eine Alternative für Helmmuffel sein. Und nicht nur optisch will der Airbag überzeugen, das Gerät soll im Falle eines Sturzes auch noch sicherer sein als jeder Fahrradhelm.

So funktioniert der Hövding

Der Airbag für Radfahrer ist im Prinzip eine Halskrause, die unter dem Kinn mit einem Reißverschluss geschlossen wird. Unter der Stoffhülle verbergen sich der Airbag inklusive Druckluft-Ladung und die Elektronik. Das Prinzip: Beschleunigungssensoren messen 200-mal pro Sekunde die Bewegung des Trägers. Ein Algorithmus erkennt, sobald die Person stürzt oder geschleudert wird. Innerhalb von 0,1 Sekunden, so der Hersteller, bläst sich der Airbag auf. An der Rückseite des Hövding befindet sich ein Mini-USB-Anschluss zum Aufladen der Elektronik.
Damit der Hövding vor Nässe und Schmutz geschützt ist, gibt es einen Stoffüberzug, und wer mag, kann auch spezielle Überzüge nachbestellen, die reflektieren oder dem Airbag ein anderes Design geben. Regen macht dem Hövding in jedem Fall nichts aus.

Hövding 2.0: Der erste Eindruck

Wir haben den aktuellen Hövding 2.0 mit dem Überzug "Hamburg" getestet. Der Airbag ist schnell ausgepackt, der Überzug wird mit einem Reißverschluss an der Halskrause befestigt. Dann muss der Helm noch geladen werden, laut Hersteller soll das nicht länger als maximal vier Stunden dauern.
Dann wird es spannend: Hövding anlegen, zumachen und – ganz wichtig – aktivieren. Ein kleiner Druckknopf stellt den Airbag „scharf“, das An- und Abschalten signalisiert ein kurzes Piepen. Zunächst ist es ein wenig ungewohnt, ohne Kopfschutz, dafür mit einer relativ schweren Halskrause zu fahren. Der Hövding hat bei uns knapp über 700 Gramm auf die Waage gebracht, deutlich mehr als ein normaler Fahrradhelm. Wichtig zu wissen, ist, dass der Hövding im oberen Rücken drücken kann. Je aufrechter die Haltung, desto angenehmer. Bei den ersten Touren mit der Airbag-Halskrause fährt immer ein wenig die Angst mit, der Hövding könnte sich versehentlich aktivieren und mitten in der Stadt mit einem lauten Knall ausgelöst werden. Wir haben uns aber recht schnell daran gewöhnt und im Testzeitraum kam es zu keinen Fehlfunktionen.

Hövding im Alltagstest

Laut Hersteller hält der Akku des Hövding 2.0 ungefähr neun Stunden. Diese Angabe können wir bestätigen, nach zwei Arbeitswochen mussten wir zum ersten Mal aufladen. Im Regen konnten wir den Hövding auch über eine Kapuze ziehen. Wichtig ist, dass die Sollreißnaht an der Oberkante nicht verdeckt oder blockiert wird, sollte sich der Airbag einmal entfalten müssen. Generell stellen aufwendige Frisuren und die meisten Mützen kein Problem für den Hövding da, so zumindest der Hersteller. Da es sich um eine Halskrause handelt, ist der Höving vor allem im Winter unauffällig und ersetzt den Schal gleich mit. Im Sommer könnte der Airbag zu warm sein, ein gut belüfteter Helm dürfte den meisten dann mehr zusagen.

Crashtest mit dem Hövding

Kann der Hövding die hohen Erwartungen erfüllen? Wir haben den Fahrradairbag ausprobiert und den Ernstfall simuliert.