Trägerhose für Gravel-Einsatz

Im Test: Castelli Unlimited Bibshort

Keine weiten Shorts oder Montainbike-Shirts – Castellis Gravelbekleidung ist ganz nah am Straßenradsport. Die Italiener haben sich für ihre Gravel-Trägerhose ein paar clevere Features einfallen lassen, an denen auch der eine oder andere Straßenradfahrer Gefallen finden dürfte.

Datum:

Für Castelli ist Gravelbiken Straßenradsport auf unbefestigten Wegen.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Eine Empfehlung, egal ob für Straßenradfahrer, Gravelbiker oder Radreisende. Die Taschen machen sich vor allem an langen (Reise-)Tagen bezahlt und der Komfort ist herausragend gut. Einzig wenn es sehr heiß ist, könnten dünnere Bibshorts die bessere Wahl sein.

Pro

  • Langstrecken-Komfort
  • vier Taschen
  • tolle Passform
  • robustes Material

Kontra

  • Silikonstreifen eventuell nicht hautfreundlich

Castelli Unlimited Bibshort

Grundsätzlich braucht man für Gravelbikes keine Spezialbekleidung. Auch in Rennrad-, Mountainbike- oder Freizeitkluft kann man prima über Schotterwege fahren und Bikepacking-Trips unternehmen. Als Straßenradfahrer, der zum Graveln eh das Rennrad-Outfit anzieht, kommt mir der Ansatz von Castelli entgegen: Die Entwickler haben für den Einsatz auf unbefestigten Wegen kein neues Gravel-Konzept auf den Weg gebracht, sondern Rennradtrikots- und Hosen um ein paar sinnvolle Merkmale erweitert. Ich habe exemplarisch die Unlimited Bibshort von Castelli in Größe L getestet.

Bibshorts für Gravel und Rennrad: Castelli Unlimited

Merkmal Nummer eins ist, dass die Trägerhose zwei Taschen an den Oberschenkelaußenseiten hat. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass – Merkmal Nummer zwei – die Unlimited-Hose über ein doppellagiges Material verfügt. Im Falle eines Sturzes, ist das Material abriebfester als ein einlagiges Rennradmodell. Die Taschen an den Seiten sind super praktisch: Sie bieten Platz für ein bis zwei Riegel oder ein Smartphone. Zu schwer beladen sollte man die Seitentaschen jedoch nicht, sonst stört der Inhalt beim Treten. Damit nichts herausfällt, ist die Öffnung überlappend konstruiert. Ich finde, die Seitentaschen sind ein tolles Feature und auch für den Straßenradeinsatz und das Rennradtraining spricht nichts dagegen, etwas mehr transportieren zu können. Mit den Seitentaschen sind die Transportkapazitäten indes noch nicht erschöpft: Zusätzlich sind zwei Netztaschen zwischen den Trägern am unteren Rücken angebracht. Hier finden kleinere Gegenstände wie Werkzeug und Schlauch oder zusätzliche Verpflegung Platz, die man nicht immer zur Hand haben muss.

Die Unlimited Bibshorts von Castelli sind nur in schwarz, in Varianten für Männer und Frauen erhältlich.

Positiv aufgefallen ist mir auch das Sitzpolster: Castelli verbaut hier, das Kiss Air2-Polster. Nicht das Topmodell, aber so gut, dass ich auch lange Tage im Sattel ohne Beschwerden durchfahren konnte. Wichtig für eine Gravelhose, da Bikepacker oft mehrere Tage unterwegs sind. Auch die Passform konnte überzeugen, einmal angezogen saß die Unlimited Bibshort den ganzen Tag wie eine Eins. Hier liegt ein kleiner Kritikpunkt, der allerdings sehr individueller Natur ist: An den Beinabschlüssen hat Castelli lange, vertikal verlaufende Silikonstreifen platziert, welche die Bibshorts an Ort und Stelle halten. Diese sorgten dafür, dass sich die Haut nach langen, heißen Tagen (mit viel Schweiß) rötete und juckte. Wer hier empfindlich ist, sollte aufpassen.
Die Unlimited Bibshort von Castelli kostet 119,95 Euro (UVP) und wiegt in Größe L 198 Gramm.

Castelli Unlimited Bibshort

Lennart Klocke

von Lennart Klocke

Zwei schmale Reifen, ein tiefer Lenker und eine freie Landstraße: Mehr braucht Lennart Klocke nicht zum Glücklichsein. Als BIKE BILD-Autor testet der Rennrad-Fan am liebsten neues Equipment und Fahrrad-Gadgets.