Ladestrom für unterwegs

Nabendynamo-Ladegeräte im Test

Geht es mit Smartphone oder GPS auf große Bikepacking-Tour, stellt sich die Frage nach der Stromversorgung unterwegs. Wir zeigen, wie Strom aus dem Nabendynamo die Verbraucher versorgen kann.

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Ladeelektronik wie der Cinq Plug5 Plus versorgt kleine Endverbraucher im Fahrradcockpit mit Strom, der im Nabendynamo beim Radeln erzeugt wird.

Egal ob man es Bikepacking-Tour oder Radreise nennt, alle haben gemeinsam, dass lange Strecken auf dem Rad zurückgelegt werden. Häufig ohne Infrastruktur und durch die Wildnis. Dabei stellt sich schnell die Frage nach der Stromversorgung für Smartphone, GPS und Co.

Den Nabendynamo anzapfen

Der Dynamo im Vorderrad erzeugt unabhängig Strom – egal wie lange oder in welcher Umgebung man fährt. Er ist also die ideale Stromquelle für lange Touren abseits der Zivilisation. Um neben der Beleuchtung auch noch Strom für andere Verbraucher bereitstellen zu können, wird eine Wandlerelektronik zwischen Dynamo und Verbraucher benötigt. Diese Elektronik bereitet die Spannung auf USB-taugliche 5 Volt auf. Wichtig ist, dass es sich um einen 3-Watt-Dynamo handelt. Moderne 1,5-W-Modelle für reine LED-Beleuchtung liefern nicht genügend Energie.

Galerie: 8 Nabendynamo-Lader im Test

Elektronik mit Puffer

Die empfehlenswerten Dynamo-Lader sorgen mit einem internen Puffer-Akku für konstanten Ladestrom. Das ist wichtig, weil für ein akkuschonendes Laden ein konstanter Stromfluss benötigt wird und damit auch bei einer kurzen Standzeit, etwa an einer roten Ampel, weiterhin Ladestrom zur Verfügung steht. Für die Lebensdauer des Smartphone-Akkus ist es außerdem nicht gut, wenn das Laden häufiger unterbrochen wird. Einige iPhones reagieren zudem sehr sensibel auf Ladeunterbrechungen und verweigern danach teilweise das Fortsetzen der Ladung.

Befestigung am Rad
Wohin mit der Ladeelektronik? Viele Hersteller nutzen das Steuerrohr als Montageort. Auf oder unter der Ahead-Kappe ist schließlich genug Platz, und die Wege zum Nabendynamo und zu den Verbrauchern am Lenker sind kurz. Allerdings sollte die Elektronik entweder so fest verbaut sein, dass ein Diebstahl schwierig wird, oder sie sollte so einfach zu entnehmen sein, dass die teure Elektronik bei jeder Pause entfernt werden kann.

Deshalb unser Tipp: Soll das Smartphone mit Strom versorgt werden, unbedingt auf viel Ladeleistung und einen ausreichend groß dimensionierten Puffer-Akku achten. Bei den Spitzengeräten AppCon und Forumslader lässt sich zudem der interne Puffer bequem vor dem eigentlichen Einsatz an der Steckdose vorladen. Die günstigeren Lader ohne Puffer-Akku eignen sich etwa, um unempfindliche Geräte mit Strom zu versorgen (Kamera) oder um eine Powerbank zu füllen, mit der später Smartphone und GPS kontinuierlich geladen werden.

Befestigung am Rad
Was tun, wenn kein Ahead-Steuersatz verbaut ist oder die gewünschte Elektronik dort keinen Platz findet? Vom Taschenspezialisten Ortlieb gibt es eine Lenkertasche speziell für die Ladeelektronik. Der Clou: Die Stromverbindung entsteht automatisch, sobald die Tasche am Lenker befestigt wird. Dafür sorgen die Kontaktpunkte in der Halterung. Die Ladeelektronik liegt geschützt in der Tasche, und bei Pausen wird die Tasche wie jede andere KlickFix-Tasche auch ganz einfach mitgenommen. Allerdings ist die Ultimate Six Pro E mit 190 Euro recht teuer.

Kabelsalat vermeiden

Achten Sie auf Ihre Kabel. Zwischen Ladeelektronik und Verbraucher sollten hochwertige kurze und robuste USB-Kabel genutzt werden (zum Beispiel von Anker). Das sorgt für mehr Kontaktsicherheit und ein aufgeräumtes Cockpit.

Ladeelektronik im Scheinwerfer

Sinewave und Busch & Müller kombinieren den Scheinwerfer mit einer Ladeelektronik. Im Luxos U ist die gesamte Technik des USB-Werks enthalten, und Sinewave baut eine Ladeelektronik ohne Puffer-Akku in den Beacon-Scheinwerfer mit ein.

Praktisch: Beim Forumslader und beim AppCon bekommt man ergänzend noch eine App fürs Smartphone.

Dynamo-App

Eine App-Anbindung macht moderne Technik erst richtig smart. Für Forumslader und AppCon gibt es eine Smartphone-App. Wichtigste Infos dabei: der Ladezustand des Puffer-Akkus sowie die aktuelle Stromausbeute und deren Verteilung auf Verbraucher und Akku. Dank der wellenförmigen Spannung des Dynamos kann die Geschwindigkeit sehr genau bestimmt werden. Der Nabendynamo dient somit als Geschwindigkeitssensor im Vorderrad. Auch einfache Tacho- und Tracking-Funktionen gibt es. Da sollte man sich aber besser auf klassische GPS-Radcomputer verlassen.
Insgesamt sind die Apps nicht zwingend notwendig und müssen auch nicht ständig mitlaufen oder beobachtet werden. Um gelegentlich mal den Status abrufen zu können, ist so eine App aber praktisch. Auch bei Problemen sorgt ein Blick in die App für Klarheit.

Die Ladeelektronik im Überblick

Modell

Preis

Forumslader Automatik V5

ab 110 Euro

Kemo Bicycle USB Charger

ca. 25 Euro

Busch & Müller USB-Werk

ca. 65 Euro

NC-17 Appcon 3000

ab 230 Euro

Sinewave Revolution

ab 110 Euro

Cycle2Charge

ca. 70 Euro

kLite Dual USB Charger

ab ca. 115 Euro

Cinq Plug5 Plus

ca. 259 Euro

Galerie: 8 Nabendynamo-Lader im Test