Dämpfender Vorbau

Redshift ShockStop-Vorbau im Langzeit-Test

Der Redshift StockStop-Vorbau macht das Fahrradfahren dank seiner integrierten Elastomere komfortabler. Wir haben den Vorbau ausgiebig getestet und gehen auf dessen Vor- und Nachteile ein, und erklären, für wen sich der Vorbau eignet.

Datum:

Der Redshift ShockStop-Vorbau dämpft Unebenheiten ab.

Fazit: Das müssen Sie wissen

Der Redshift ShockStop erhöht den Komfort auf unebenen Wegen und schont merklich die Handgelenke. Wir sind vollends überzeugt und nehmen die über 100 Gramm Zusatzgewicht gerne in Kauf.

Pro

  • Dämpft Unebenheiten gut ab
  • Dezente Optik
  • Verschiedene Härtegrade

Kontra

  • Etwas schwerer als herkömmliche Vorbauten
  • Etwas aufwändigere Montage und nur englische Anleitung

Redshift ShockStop

Wir alle kennen diese Situation: Während wir mit voller Fahrt einen Hügel runterradeln, taucht plötzlich ein großes Schlagloch auf. Ausweichen? Zu spät! Es geht nur noch um Schadensbegrenzung, dann folgt der Schlag. Die Handgelenke beschweren sich mit leichtem Schmerz. Breitere Reifen und Federgabeln hätten den Schlag abgedämpft, die sind aber natürlich nicht an jedem Fahrrad verbaut. Zum Glück gibt es inzwischen für Rennräder, Gravelbikes und Trekking-Bikes mit Starrgabel Anbauteile, die zumindest etwas zusätzlichen Komfort schaffen. Der dämpfende Redshift ShockStop-Vorbau ist ein Paradebeispiel dafür.

So funktioniert der Redshift ShockStop-Vorbau

Die Elastomere werden in den Vorbau gesteckt und mit einer langen Schraube gesichert.

Der Redshift ShockStop sieht wie ein normaler Vorbau aus, hat aber direkt hinter der Gabelschaft-Klemmung ein bewegliches Gelenk, das bis zu 20 Millimeter Federweg erlaubt. Wer sich nun Sorgen macht, dass das System wabbelig und instabil ist, den können wir beruhigen, denn Redshift verwendet als Dämpfungselement feste Elastomere. Diese werden in das Vorbauinnere gesteckt und mit einer langen Schraube gesichert. Je nachdem, wie viel Gewicht beim Fahren auf dem Lenker lastet und je nach individueller Vorliebe, können unterschiedlich starke Elastomere kombiniert werden. Fünf Elastomere sind im Lieferumfang enthalten. In der beiliegenden, englischen Anleitung werden nach Körpergewicht und Lenkerart entsprechende Montageempfehlungen gegeben. Sehr hilfreich!
Der Vorbau ist in 80 bis 120 Millimeter Länge und einem Winkel von plus/minus sechs Grad erhältlich. Ein weiteres Modell weist eine Länge von 100 Millimetern und einen Winkel von 30 Grad auf.
Zur Montage sollte ein Drehmomentschlüssel zur Verfügung stehen. Zudem werden Englischkenntnisse benötigt, um die nicht ganz triviale Anleitung zu verstehen. Für diejenigen, die kein oder nur schlechtes Englisch sprechen, gibt es aber auch deutschsprachige Youtube-Videos, die die einzelnen Montage-Schritte genau erklären.

Unser Fahreindruck

Auf der ersten Testfahrt fahre ich ausnahmsweise nicht um die Schlaglöcher herum. Jeder Hubbel wird mitgenommen. Kantstein rauf, Kantstein runter. Tatsächlich bin ich begeistert. Jeder Schlag wird merklich gedämpft. Das schont meine Handgelenke enorm. Dennoch halte ich regelmäßig an, um den Luftdruck meiner Reifen zu überprüfen. Habe ich Luft verloren oder ist das der ShockStop? Doch schnell gewöhne ich mich an das angenehme, weichere Fahrverhalten.
Inzwischen haben wir den Redshift ShockStop an unterschiedlichen Gravelbikes getestet, sowohl auf Tagestouren, auf holprigen Orbits als auch auf Radreisen, beispielsweise durch Schottland. Die Begeisterung hält an und konnte inzwischen auch weitere BIKE BILD-Redakteure anstecken.

Stört der Redshift Shockstop im Wiegetritt?

Nein, der Redshift StockStop stört nicht im Wiegetritt, also beim Fahren im Stehen. Grund dafür ist, dass er nach oben hin blockiert. Sind zudem die fürs Gewicht richtigen Elastomere ausgewählt worden, sollte der Lenker beim Fahren auf glattem Untergrund nicht nach unten einsacken. Somit kann bei Steigungen direkt kräftig am Lenker gezogen werden.

Der Redshift Shockstop-Vorbau im Langzeittest

Auf der Radreise in Schottland mit dabei: der Redshift ShockStop-Vorbau.

Redshift gibt an, dass deren Elastomere mehrere Jahre halten, die Haltbarkeit aber sehr von der individuellen Nutzung abhängt.
Bei uns wurde der Vorbau nach grob 7.000 Kilometern etwas weich. Trotzdem siegte die Faulheit und ich baute ihn erst deutlich später auseinander. Der Grund für das zu weiche Verhalten offenbarte sich mir sofort. Die Elastomere waren auf der einen Seite eingedrückt und wiesen eine große Delle auf. Ein Grund dafür könnten aber auch die zahlreichen Bikepacking-Touren gewesen sein, bei denen ich Gepäck am Lenker hatte und somit möglicherweise etwas zu viel Gewicht auf den verbauten Elastomeren lastete. Vor Bikepackingtrips sollte also vielleicht besser ein härteres Elastomer verbaut werden, doch bei mir siegte die Faulheit und die alten Elastomere blieben dran. Für die eher geringe Haltbarkeit bin deshalb vermutlich ich selbst schuld.
Der Fünfer-Satz Elastomere kostet allerdings nur etwa zehn Euro und die neuen Elastomere waren schnell verbaut.

Für wen eignet sich der Redshift ShockStop-Vorbau?

Der Redshift Shockstop kann an allen Fahrrädern montiert werden, die vorne noch keine Federelemente verbaut haben. Trekking-Bikes mit Federgabeln scheiden somit aus. Außerdem muss der Gabelschaft einen Durchmesser von 1 1/8 Zoll aufweisen, Standard an den meisten modernen Fahrrädern. Einige Hersteller jedoch, wie beispielsweise Canyon, verbauen zum Teil breitere Gabelschäfte mit 1 1/4 Zoll. Der Redshift ShockStop für dieses Maß soll erst Ende des Jahres auf den Markt gebracht werden. Für viele Canyon-Fahrer und -Fahrerinnen ist somit noch Geduld angesagt.

Das sind die Vor- und Nachteile des Redshift ShockStop-Vorbaus

Hauptvorteil ist der erhöhte Komfort. Hinzukommt, dass sich der Redshift ShockStop sehr einfach an den meisten modernen Fahrrädern nachrüsten lässt.
Nachteile sind unter anderem das höhere Gewicht. Während herkömmliche Vorbauten oft nur knapp über 100 Gramm auf die Waage bringen, wiegt der Redshift ShockStop in 90 Millimeter Länge 266 Gramm. Ein großes Kauf-Hemmnis ist zudem der deutlich höhere Preis – etwa 165 Euro. Die Montage ist ein wenig aufwändiger als diejenige von herkömmlichen Vorbauten, aber selbst für einen Ungeübte, die wissen, wie ein Drehmomentschlüssel funktioniert, gut machbar.
Als störend kann zudem empfunden werden, dass sich die am Lenker befestigten Lampen auf holprigen Wegen mitbewegen.

Was sind die Unterschiede zwischen der normalen und Pro-Variante des Redshift Stockstops?

Der Redshift ShockStop Pro ist teurer und leichter.

Der Pro-Variante ist mit etwa 235 Euro deutlich teurer als die Standardvariante, die für 165 Euro erhältlich ist. Grund für den hohen Preis sind eine Gewichtsersparnis von etwa 15 Prozent, bei dem Modell in 90 Millimeter Länge sind das nur 33 Gramm. Die verbauten Schrauben sind nun aus Titan und die Optik wurde verbessert. So ist die eine Hälfte glänzend und die andere matt. Die Funktionsweise bleibt aber die gleiche.

Fazit

Der Redshift ShockStop sorgt für deutlich mehr Fahrkomfort. Besonders am Gravelbike ist dieser Vorbau eine echte Wohltat, da er die vielen Schläge, die auf holprigen Untergründen zustande kommen, gut abdämpft. Dennoch sollte man von diesem Vorbau mit einem maximalen Federweg von 20 Millimetern keine Wunder erwarten.

Redshift ShockStop

Svenja Schrade

von Svenja Schrade

BIKE-BILD-Redakteurin Svenja Schrade ist begeisterte Radfahrerin und Bikepackerin – meistens unterwegs auf dem Gravelbike. Sie fühlt sich aber auf fast allen Zweirädern wohl.