Musik hören und telefonieren beim Radfahren

Smart-Helm für Biker: Der Coros Omni im Test

Headset-Funktionen, Automatik-Rücklicht und Trainingssteuerung via App: Der Smart-Helm Omni steckt voller Features. Wie gut funktioniert das?

Datum:
Coros_Omni im Test

Der Smart-Helm Omni von Coros überträgt Audio während der Fahrt via Bone-Conduction-Technologie – auch durch eine Mütze hindurch.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Langeweile auf dem Arbeitsweg? Muss nicht mehr sein, dieser Smart-Helm von Coros hat eine tolle Audioübertragung für Musik, Podcasts und Anrufe, weitere sinnvolle Funktionen machen den Omni zum Kauftipp.

Pro

  • Audioübertragung
  • Telefonqualität
  • Rücklicht
  • Akkulaufzeit
  • Passform

Kontra

  • hoher Preis
  • schwerer als normale Helme

Coros Omni

Musik hören und telefonieren beim Radfahren: Das eine ist gefährlich, das andere verboten. Mit einem Smart-Helm geht das. Der Omni von Coros besitzt dafür eine besondere Technologie, der Schall wird über die Wangenknochen ins Ohr übertragen.

Coros Omni: Musik hören mit Bone-Conduction-Technologie

Der Vorteil dieser Knochenübertragung: Der Gehörgang des Ohrs wird nicht blockiert, man kann noch Geräusche aus dem Straßenverkehr hören. Das Smartphone erkennt den Helm ohne Probleme als Bluetooth-Headset. Die Musikqualität ist auf einem ordentlichen Niveau. An Hi-Fi-Kopfhörer kommt der Omni sicherlich nicht heran, das schafft bis jetzt aber auch kein anderer Smart-Helm. Wir haben im Test meistens lieber Podcasts gehört und dafür ist der Helm klasse.
Als etwas fummelig erwies sich zu Beginn die Einstellung. Die beiden Lautsprecher müssen an der richtigen Position an den Wangen sitzen, sonst kommt der Sound nicht an oder man hört nur auf einem Ohr. Einmal eingestellt, funktioniert das System gut, übrigens auch mit Mütze zwischen Lautsprechern und Kopf.
Dass die Ohren Straßengeräusche noch wahrnehmen, wird an Hauptverkehrsstraßen zum Nachteil. Hier wären wir über mehr Abschottung froh. Aus Sicherheitsgründen kommen In-Ear-Kopfhörer für uns jedoch nicht infrage.
Bone-Conduction

Die Lautsprecher des Omni übertragen den Schall an den Wangenknochen.

Telefonieren beim Radfahren per Smart-Helm

Etwas überrascht waren wir davon, wie gut die Qualität beim Telefonieren ist. Kein „Kannst du mich hören?“ oder „Verstehe dich nur ganz schlecht.“ Anruf annehmen, sprechen und das alles im Straßenverkehr – richtig gut. Für die Steuerung von Musik und Anrufen gibt es zum Omni eine Kontrolleinheit mit fünf Tasten für den Lenker. Auch diese ist richtig gut gelungen: Die Knöpfe sind groß genug, um sie mit Handschuhen zu bedienen und nach kurzer Eingewöhnung funktioniert die Bedienung ohne Hinsehen.
Smartremote

Mit den fünf Taste der Steuerungseinheit kann die Musik gesteuert, Anrufe angenommen und das Rücklicht aktiviert werden.

Coros: Mehr Sicherheit und Funktionen per App

Über eine App kann der Omni konfiguriert und mit der neuesten Firmware versorgt werden. Ferner können die Funktionsweise des Rücklichts (An, Aus oder Automatik) eingestellt werden, bei Stürzen kann ein Notfallkontakt vorprogrammiert werden und es kann Stimmenfeedback für das Training aktiviert werden. Training? Der Omni zeichnet zusammen mit der App Distanz und Geschwindigkeit auf und kann zum Beispiel bei Intervallen Ansagen machen. Alles nichts für Ambitionierte, die mit Powermeter auf Sekundenjagd gehen, aber für Freizeitsportler reichen diese Funktionen.
Rücklicht, Headset-Funktionen und Akku machen sich beim Kaufpreis und beim Gewicht bemerkbar. Der Omni von Coros wiegt 385 Gramm und kostet 199 Euro. Ohne Smart-Funktionen ist der Omni ein relativ unspektakulärer Helm. Das muss nicht schlecht sein, hässlich finden wir ihn nämlich auch nicht. Die Passform bewerten wir als ordentlich und selbst das erhöhte Gewicht macht sich bei Pendelfahrten kaum bemerkbar. Der Akku musste im Pendelbetrieb ungefähr einmal pro Woche per Mini-USB aufgeladen werden.

Coros Omni

Lennart Klocke

von

Zwei schmale Reifen, ein tiefer Lenker und eine freie Landstraße: Mehr braucht Lennart Klocke nicht zum Glücklichsein. Als BIKE BILD-Autor testet der Rennrad-Fan am liebsten neues Equipment und Fahrrad-Gadgets.