Schnelle Schotterschlappen

Test: Gravelreifen Bontrager GR1 Team Issue

Der GR1 ist ein race-orientierter Gravelreifen. Wir haben den Pneu in der 35-Millimeter-Variante getestet.

Datum:
Bontrager GR1 Team Issue

Wir haben den Gravelreifen GR1 Team Issue von Bontrager bei Trockenheit und Nässe getestet.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Ein zuverlässiger Reifen bei Trockenheit und in einfachem Gelände. Für die großen Gravel-Abenteuer zu schmal.

Pro

  • schnell auf feinem Schotter
  • braune Seitenwände
  • tubeless-ready

Kontra

  • nicht sehr vielseitig
  • wenig Grip in schwierigem Gelände

Bontrager GR1 Team Issue

Fahrräder von Trek sind mit Reifen und Komponenten der Hausmarke Bontrager ausgestattet. Als Endverbraucher kann man Bontragerteile und -bekleidung ebenfalls erwerben, so auch den Gravelreifen GR1 Team Issue. Laut Trek ein Reifen, der auch bei großen Gravel-Rennen in den USA vorn mitfährt. Wir haben uns gefragt: Lohnen sich die Reifen auch als Upgrade für Bikes anderer Marken? Und können sie auch mit Reifenspezialisten wie Schwalbe mithalten?

Bontrager GR1 Team Issue: Montage und Testaufbau

Wir haben den GR1 auf eine Felge von DT Swiss aufgezogen, Innenmaulweite 18 Millimeter. Unser Testreifen mit 35 Millimeter Breite erreicht darauf effektive eine Breite von 36 Millimetern. Die Tubeless-Montage ging relativ leicht vonstatten, selbstverständlich können die Reifen auch mit Schlauch gefahren werden. Der Hersteller empfiehlt einen maximalen Reifendruck von 3,4 bar. Nach ein paar Ausfahrten stellte sich 2,5 bar als das Optimum für unseren Testfahrer (75 kg) im Gelände heraus.
Cool: Die braunen Seitenwände des GR1 verbessern – nach unserem Empfinden – den Look jedes Gravelbikes. Wer das nicht mag, kann den Reifen zum Preis von 49,99 Euro (UVP) auch in komplett schwarz haben.

Galerie: 8 Gravelbikes im Test

Praxistest Bontrager GR1 Team Issue

Laut Trek überzeugt dieser Reifen auf harten, schnellen Untergründen. Das Profil mit den kleinen Noppen erinnert an den bekannten G-One Allround von Schwalbe, eine glatte Lauffläche für die Straße gibt es nicht. Der GR1 ist von Trek ganz klar für den Einsatz auf feinem Schotter, Asphalt und einfachen Waldwegen vorgesehen. Diesen Einsatzbereich können wir nach unseren Testfahrten voll und ganz bestätigen. Heißt im Umkehrschluss: Im Matsch verliert der Bontrager schnell an Grip, ebenso bei Nässe und auch auf schwierigen Trails. Zu diesem Eindruck trägt natürlich auch bei, dass die 35-Millimeter-Ausführung nicht so gut greift wie ein 40er-Reifen. Die 40-Millimeter-Version des GR1 dürfte in dieser Hinsicht etwas vielseitiger sein.

Alternative zu Schwalbes G-One Allround?

Aufgrund seines Profils und des Einsatzbereichs muss sich der GR1 von Bontrager den Vergleich mit dem vielgenutzten G-One Allround von Schwalbe gefallen lassen: In puncto Gewicht liegen die Pneus fast gleichauf, 390 Gramm beim Bontrager zu 400 Gramm bei Schwalbe. Mit 59,90 Euro ist der Reifen von Schwalbe jedoch zehn Euro teurer (jeweils die UVPs der Hersteller). Wer zum Bontrager greift, kann also unter Umständen ein paar Euro sparen und bekommt dafür zusätzlich coole, braune Seitenwände.
Was die Performance angeht, kann der GR1 keinen Vorsprung zum Schwalbe herausfahren, beide liegen im Fahreindruck gleichauf. Aufgrund des nur 35 Millimeter breiten Profils bleibt der Einsatzbereich auf einfache Schotterstraßen reduziert. Eine gute Wahl für alle, die zügig auf der Straße fahren möchten sowie über Feldwege und die Waldautobahn. Wer indes mehr Flexibilität und abenteuerlichere Routen möchte, sollte einen breiteren Reifen mit gröberem Profil wählen.

Bontrager GR1 Team Issue

Lennart Klocke

von Lennart Klocke

Zwei schmale Reifen, ein tiefer Lenker und eine freie Landstraße: Mehr braucht Lennart Klocke nicht zum Glücklichsein. Als BIKE BILD-Autor testet der Rennrad-Fan am liebsten neues Equipment und Fahrrad-Gadgets.