Gravel- und Bikepacker-Schuh

Mountain-Enduro-Schuh Shimano ME7 im Test

Gravel-Biker benötigen Schuhe, die zum einen den Druck des Fahrers gut aufs Pedal bekommen und an steilen Bergen oder im Unterholz auch sicheres Gehen ermöglichen. Wir haben untersucht, ob der ME7 diese Erwartungen erfüllt.

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Der SH-ME7 fixiert den Fuß gut im Schuh und bietet eine stabile und griffige Michelin-Sohle, mit der auch Schiebepassagen gut zu meistern sind

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Der ME7 ist unbestritten ein guter Mountainbike-Schuh. Er ist relativ schmal geschnitten und sitzt somit fest und sicher am Fuß. Action-reiches Shreddern ist hiermit gut möglich. Der Verschlussmechanismus ist in Gänze etwas fummelig und die Abschlüsse am vorderen oberen Rand können Druckstellen hinterlassen. Das Material im Vorderfuß ist recht dünn und wasserdurchlässig. Vor diesem Hintergrund wohl eher ein Schönwetterschuh.

Pro

  • Sitzt gut
  • Gute, stabile Sohle
  • Stabile Innensohle
  • Design

Kontra

  • Dünn am Vorderfuß
  • Fummeliger Verschluss

Shimano ME7

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, die BIKE BILD-Redaktion besteht aus begeisterten Gravel-Fans. Und mehr noch, auch mehrtätige Bikepacking-Abenteuer haben es uns angetan. Die Freiheit, weit entfernt vom Autoverkehr und auch ausgetretenen Pfaden zu radeln bringt uns immer öfter die Luft zum Durchatmen, die der Büroalltag und die Produktion unserer Inhalte für das Magazin und die Online-Seite nicht bieten. Die Krux des Offroad-Radelns und insbesondere auch des Bikepackings ist indes das Zusammenstellen von geeigneter Ausrüstung. Das beginnt natürlich mit dem geeigneten Fahrrad (beachten Sie hierzu auch unsere Test von Gravelbikes!) und endet noch lange nicht mit der Bekleidung.

Darauf kommt es bei einem Gravel-Radschuh an

Der ME7 ist rundum gut gegen Stöße oder Schläge geschützt

Ein besonderes Augenmerk müssen Gravelbiker auf die Wahl ihrer Schuhe legen. Hierbei gibt es mehrere Dinge zu beachten. Fährt ein Radler vor allem sportliche kürzere Distanzen im Gelände, so sind Schuhe wie z.B. der Specialized Recon eine gute Wahl. Auch andere Hersteller haben derlei Produkte im Portfolio. Dieser Typ Schuh verfügt über eine meist sehr verwindungssteife Karbonsohle. Hiermit lässt sich perfekt die Kraft des Fahrers aufs Pedal übertragen. Für kurze Geh-, Schiebe- oder Tragepassagen haben die Hersteller den Schuhen – anders als bei Rennradschuhen – ein Profil verpasst. Man kann also mit diesen Schuhen gehen, wenngleich es kein wirklicher Spaß ist.
Wer längere Abenteuertouren fahren möchte oder sogar eine Tour über mehrere Tage plant, der wird Schuhe brauchen, die sowohl über eine steife Sohle als auch über gute Gehqualitäten verfügen. Genau hier kommen Mountainbike-Schuhe in ihren diversen Ausführungen zum Einsatz, Schuhe wie der ME7 von Shimano. ME steht hier für "Mountain Enduro", und somit für lange Offroad-Einsätze über Stock und Stein. Wer sich in diesem Einsatzgebiet umhertreibt, der wird wissen, dass er des Öfteren und manchmal auch für längere Passagen absteigen und sein Rad schieben oder sogar tragen muss.

Die Kombination aus Schnellschnür- und Ratschensystem sorgt für festen Sitz – ist aber auch etwas fummelig

Wir sind den Shimano ME7 genau in diesem Einsatzgebiet gefahren und haben ein differenziertes Leistungspotenzial des Schuhs wahrgenommen. Der ME7 ist relativ schmal geschnitten. Dies in Kombination mit seinem Schnellschür- und Ratschensystem bringt den Schuh eng an den Fuß, was ein gutes Fahr- und Sicherheitsgefühl mit sich bringt. Hier liegen indes auch ein paar kleine Nachteile. Das Schnellschnürsystem, verborgen unter einer Lasche, lässt sich natürlich während der Fahrt nicht lösen oder fester anziehen. Auch ist die Ratsche, zumindest mit Handschuhen, nicht zu bedienen.
Gut gefallen hat uns der Neoprenschaft, der verhindert, dass von oben Dreck am Unterschenkel herunter in den Schuh rutscht. Auch hier jedoch versteckt sich ein Problem, welches vielleicht nicht jeder Träger hat, bei uns aber auftrat: Am Schuhabschluss vor dem Neoprenschaft baut der Schuh etwas zu hoch auf. Dies kann, je nach Fahrerkonstitution, zu Druckstellen führen – ein Problem, welches uns zum ersten Mal bei den ansonsten stets komfortablen Shimano-Schuhen aufgefallen ist.

Shimano ME7: Gut belüftet oder kalte Füße?

Oberhalb der Verschlusslasche drückt der ME7 am Knöchel – hoffentlich nur vorrübergehend

Der Schuh ist gerade im Vorderfuß sehr gut belüftet. Aber was sich im ersten Moment sehr gut anhört, ist auf den zweiten Blick ein Problem. Nicht nur, dass hier sehr schnell Wasser eindringt, bei Temperaturen von 6 oder 7 Grad Celsius wird der ein oder andere Fahrer kalte Füße bekommen. Unterm Strich ist der Shimano ME7 ein sehr guter Offroad-Schuh. Er überträgt die Power seines Fahrers gut aufs Pedal. Er ist rundum auch gut verstärkt, sodass selbst ein hartes Anschlagen des Fußes an Wurzeln oder Steine nicht zu Verletzungen führen wird. Die Michelin-Sohle ist robust und rutschfest. Das zwar guten Halt bietende Fixierungssystem ist gewöhnungsbedürftig, zumal bei der Ratsche der Verschluss an der Lasche und nicht am Schuh fixiert ist (bei anderen Herstellern läuft das meist andersherum). Auch empfinden wir den luftig konstruierten Vorderfuß als nicht optimal für längere Touren. Wenn wir Wunschkonzert spielen dürften, würden wir 1. dem Vorderfuß eine Goretex-Einlage verpassen, und 2. das Speed-Lacing-System gegen eines von Bora tauschen. So würde – Vorsicht Scherz! – ein Schuh draus werden.
Technische Daten des Shimano ME7:
  • Preis: 199,95 Euro (UVP); der Straßenpreis liegt mitunter bei deutlich unter 150 Euro
  • Geschlecht: Damen/Herren
  • Größen: 38 bis 50
  • Klicksystem: Zwei-Loch-Cleats / SPD
  • Gewicht: 990 Gramm (Paar) bei Größe 47 (inkl. SPD Cleats)

Shimano ME7