Warme und trockene Füße

Winterklickschuh: Fi’zi:k Terra Artica X2 im Test

Wasserdicht und warm: Der Terra Artica X5 von Fi’zi:k ist ein toller Klickschuh für den Winter – mit einem Haken.

Datum:

Wir können versprechen: Dreck und Wasser sind draußen geblieben, die Füße hatten es stets wohlig warm.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Wenn man erstmal drin ist, ein super Schuh, der Kälte und Nässe trotzt. Kein Pendler, aber ein Tipp für Gravel- und Mountainbiketouren im Winter.

Pro

  • sehr warm
  • wasserdicht
  • griffige Sohle
  • Boa-Verschluss

Kontra

  • schwieriger Einstieg
  • kurzer Schaft
  • keine Reflektoren

Fizik Artica X2

Fi’zi:ks Terra Artica X2 ist ein Klickschuh für den Winter. Laut Hersteller hält der Mountainbikeschuh den Fuß beim Radfahren warm und ist komplett wasserdicht. BIKE-BILD-Redakteur Lennart Klocke hat den Winterklickschuh mit SPD-Cleats beim Pendeln und auf Graveltour getestet.
In Deutschland ist es zwischen Ende Oktober und Anfang April an den meisten Tagen entweder kalt, nass oder beides. Wer das ganze Jahr mit dem Rad unterwegs sein möchte, braucht insbesondere für die Füße eine gute Lösung, damit diese nicht frieren. Denn dann macht Radfahren definitiv keinen Spaß mehr. Die schnelle und günstige Lösung sind Überschuhe aus Neopren oder wasserabweisendem Funktionsmaterial. Allerdings sind diese an der Sohle ungeschützt, es kann zu Kältebrücken im Bereich der Cleats oder zu Wassereinbrüchen kommen. Außerdem gehen die Überschuhe unten schnell kaputt, wenn man mal durchs Gelände stapfen muss. Die Lösung für alle Vielfahrer und Ganzjahressportler: Winterklickschuhe.

Wäre der Reißverschluss an der Innenseite doch nur etwas länger, das Anziehen ginge viel, viel schneller und leichter.

Im Test: Winterklickschuhe Fi’zi:kArtica X2

Ein gutes Beispiel für diese Kategorie sind Fi’zi:ks Artica X2: gegen Wasser und Kälte isolierte Winterschuhe mit Fassungen für SPD-Cleats. Zugegeben, mit 280 Euro ist das Paar Schuhe absolut kein Schnäppchen. Doch ich finde, sie haben ihre Berechtigung. Bei mir in Hamburg bleibt das Thermometer gute fünf Monate im Jahr unter zehn Grad Celsius, oft ist es im Winter auch nass und matschig. Und ganz ehrlich: Irgendwann im späten Winter habe ich auch keinen Bock mehr, jeden Tag die Überschuhe anzuziehen. Die Fi’zi:k Artica X2 erfüllen in den Punkten Wärme, Wasserschutz und Grip genau meine Anforderungen an Radschuhe. Zwischen null und zehn Grad halten sie die Füße mit normalen Socken ausreichend warm. Highlight im Testzeitraum war eine 200-Kilometer-Graveltour bei vier bis sechs Grad Außentemperatur – kalte Füße habe ich die ganze Zeit nicht bekommen. Klasse!

Toll: Die Sohle ist so griffig, dass auch Schnee und Matsch keine Herausforderungen darstellen.

Für Pendler umständlich, für Sportler optimal

Die Fi’zi:k Artica X2 könnten meine neuen Lieblings-Winterschuhe werden, doch es gibt ein großes Aber: Das Anziehen ist wahnsinnig schwierig. Der Reißverschluss an der Innenseite ist einfach zu kurz. Ohne Schuhlöffel muss man sich hinsetzen und viel Kraft aufwenden, oft verrutschen die Socken bei der Prozedur. Deswegen wäre der Schuh für mich im Pendler-Alltag auch ungeeignet, das Anziehen nervt einfach zu sehr. Vor allem, wenn man bei der Arbeit für den Rückweg mal keinen Schuhlöffel zur Hand hat. Noch ein kleines Aber, mit dem sich der Artica X2 endgültig für Pendler verabschiedet: Fi’zi:k hat den Schuhen nicht einen Reflektor spendiert. Das finde ich wirklich schade, denn auch auf dem Gravelbike, Cyclocrosser oder MTB wird man im Straßenverkehr gern wahrgenommen.

Dank Boa-Verschluss lässt sich der Schuh am Spann auch während der Fahrt lockern oder fester stellen.

Trotz dieser Einschränkungen, der Artica X2 passt und macht das, was er soll, nämlich die Füße warm und trocken halten. Bei Graveltouren im Winter die bessere Alternative zu Sommerschuhen plus Überzieher.

Fizik Artica X2

Lennart Klocke

von Lennart Klocke

Zwei schmale Reifen, ein tiefer Lenker und eine freie Landstraße: Mehr braucht Lennart Klocke nicht zum Glücklichsein. Als BIKE BILD-Autor testet der Rennrad-Fan am liebsten neues Equipment und Fahrrad-Gadgets.