Richtig eincremen und schützen

Tipps: So vermeiden Sie als Radfahrer Sonnenbrand

Bei Fahrradtouren im Sommer kann man sich schnell einen Sonnenbrand abholen. Wir haben für Sie die wichtigsten Expertentipps zum Thema Sonnenschutz.

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Die Sensitive Gel-Creme SPF 50+ von Cetaphil haben wir im letzten Sommer während einer einwöchigen Radreise getestet. Die Sonnencreme erwies sich als hautfreundlich und schweißresistent, nach dem Eincremen am Morgen hielt der Schutz für viele Stunden an. Bild: www.flyer-bikes.com | pd-f / Cetaphil

Wir haben die Sonnenschutzexpertin Dr. Sandra Karatas zum richtigen Sonnenschutz für Radfahrer befragt. Sie ist promovierte Molekularbiologin und arbeitet als Senior Medical Advisor bei Galderma (unter anderem für Cetaphil) in Düsseldorf.
Frau Karatas, wann ist der beste Zeitpunkt, um sich vor einer Radtour einzucremen?
Grundsätzlich sollte der Sonnenschutz vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden. Der UV-Schutz ist sofort gegeben. Für eine optimale Schweiß- und Wasserresistenz sollte der Sonnenschutz aber die Möglichkeit haben, circa 10 bis 20 Minuten gut einzuziehen.
Wann muss ich als schwitzender Radler nachcremen?
Wir empfehlen Nachcremen, bei häufigem und intensiven Wasserkontakt, starkem Schwitzen und Abrieb durch Kleidung.
Welche Hautbereiche sind bei Radfahrern besonders wichtig?
Die sogenannten Sonnenterrassen, wie Nase, Stirn, Ohren und Lippen. Hier empfehlen wir die Anwendung eines Sticks, der auch schnell zwischendurch aufgefrischt werden kann. Mein Tipp: Der Stick, rund um den empfindlichen Augenbereich aufgetragen, verhindert, dass das aufgetragene Produkt bei vermehrtem Schwitzen in die Augen kriecht und so zu einem Brennen führen kann. Aber auch der Nacken, Arme und Beine sollten nicht vergessen werden, auch der untere Rücken, wenn zum Beispiel das Shirt durch vermehrtes Vorbeugen nach oben rutscht und die Haut freigibt.

Sonnenschutz: Viel hilft viel

Kann ich auch zu viel Sonnencreme verwenden?
Nein, bei Sonnenschutz gilt: Viel hilft viel. Grundsätzlich werden die Produkte als angenehmer empfunden, wenn sie schnell einziehen, nicht fettig sind und nicht kleben und dem Anwender somit ein angenehmes Hautgefühl bescheren. Studien zeigen, dass solche Produkte dann auch zuverlässiger und in den ausreichenden Mengen aufgetragen werden, weil sie vom Anwender eher akzeptiert werden.
DrSandraKaratas

Dr. Sandra Karatas ist promovierte Molekularbiologin.

Was mache ich, wenn ich mich doch verbrannt habe?
Grundsätzlich raten wir von der Anwendung von Hausmitteln ab. Zunächst sollte man der Haut unbedingt Ruhe gönnen, heißt konkret: unbedingt weitere Sonnenstrahlung vermeiden. Am besten für die nächsten Tage, zum Beispiel durch Aufenthalt im Schatten und die zusätzliche Abdeckung durch schützende Kleidung, sofern das nicht unangenehm auf den betroffenen Hautstellen ist. Die betroffenen Stellen sollten weiterhin mehrfach täglich mit feuchtigkeitsspendenden und kühlenden Lotionen versorgt werden, sofern es sich um eine einfache Rötung handelt. Bei Blasenbildung oder offenen Hautstellen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

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Wann lässt der Schutz trotz regelmäßigen Eincremens nach?
Die Schutzwirkung von Sonnenschutzmitteln richtet sich zunächst nach dem verwendeten Lichtschutzfaktor des Sonnenschutzproduktes sowie der Eigenschutzzeit der verschiedenen Hauttypen. Die Eigenschutzzeit ist die Zeit, die sich ein Mensch ungeschützt in der Sonne aufhalten kann, bevor es zu einer sichtbaren Rötung der Haut kommt. Bei einer Auftragsmenge von 2 Milligramm pro Quadratzentimeter Haut verlängern Sonnenschutzprodukte die Eigenschutzzeit der Haut einmalig um den angegebenen Lichtschutzfaktor.
Ein Beispiel: Wenn die Eigenschutzzeit der Haut ungefähr zehn Minuten beträgt und ein Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 30 benutzt wird, ergibt das fünf Stunden Sonnenzeit (10 Minuten Eigenschutzzeit mal Sonnenschutzfaktor 30 = 5 Stunden). Dabei handelt es sich jedoch um einen theoretischen und rein rechnerischen Wert, der maximal zu zwei Dritteln ausgenutzt werden sollte – bei Kindern maximal zur Hälfte.