Headset, Intercom, Radio und mehr

Smarthelm für Radfahrer im Test: Sena R1

Von außen ein unscheinbarer Fahrradhelm, von innen voll mit Hightech: Der R1 von Sena ist ein Kommunikationswunder.

Datum:
Sena R1

Der Sena R1 ist ein Smarthelm für Radfahrer.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Musik oder Radio hören, Telefonieren oder via Intercom sprechen: Der Sena R1 bietet gleich mehrere gute Kaufgründe. Nur kleine Schwächen stören den hervorragenden Gesamteindruck.

Pro

  • hervorragende Sprachqualität bei Telefon und Intercom
  • Radio-Funktion
  • Rücklicht vorhanden
  • reflektierende Kinnriemen
  • ordentliche Musikwiedergabe

Kontra

  • Sehr kleines Rücklicht
  • Bedienung nicht intuitiv
  • App-Einrichtung
  • Passform

Sena R1

Radio hören und gleichzeitig Fahrrad fahren? Das geht, ohne dass man seine Ohren komplett gegen nervige, aber sicherheitsrelevante Verkehrsgeräusche abschirmt. Der Smarthelm Sena R1 verfügt über ein integriertes Headset inklusive Radiofunktion. So kann man auf dem Weg zur Arbeit entweder seinen liebsten Radiosender hören oder Musik vom Smartphone abspielen. Darüber hinaus kann man mit dem R1 auch telefonieren und via Intercom mit anderen Sena-Nutzern sprechen. Wir haben getestet, wie gut das alles im Fahrradalltag funktioniert.

Smarthelm von Sena im Praxistest

Äußerlich ist der R1 von Sena schlicht gehalten. Die Schale ist schwarz, am Hinterkopf befindet sich ein rotes Rücklicht, das mit einer darunter liegenden Taste aktiviert werden kann. Der Sena verfügt über die für einen Fahrradhelm üblichen Ausstattungsmerkmale: ein Visier für Regentage, viele Belüftungsöffnungen, ein Einstellrädchen am Hinterkopf. Gut gefallen hat uns, dass der Kinnriemen mit reflektierenden Nähten kommt, dies erhöht die Sichtbarkeit. Beim ersten Aufsetzen kommt gleich das größte Manko des R1 zum Vorschein, die Passform. Im Vergleich zu seinen Mitbewerbern ist dieses Modell sehr rundlich geformt. An den Seiten über den Ohren sitzt der Helm sehr locker, an der Schläfe indes kann es drücken, wenn man den Kopfschutz zu eng aufsetzt. Kein Ausschlusskriterium, wir raten jedoch dazu, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren.

Sena R1: Die inneren Werte

Die Firma Sena ist Spezialist für Motorradhelme, dementsprechend viel Know-how bringt der Entwickler bei der Technik mit. Der R1 wird mit einem Bedienfeld an der linken Seite gesteuert. Die wesentlichen Funktionen sind Beleuchtung, Radio, Musikwiedergabe, Telefonie und Intercom. Das Rücklicht lässt sich über eine eigene Taste einschalten beziehungsweise einer von drei Leuchtmodi auswählen.
Komplizierter wird es bei Radio, Telefon und Intercom, hierfür muss man die Funktionen der Seitentasten am Helm kennen. Bei den ersten Ausfahrten mussten wir noch die kleine Bedienungsanleitung einpacken. Welche Tasten in welchem Kontext wie lange und wie oft gedrückt werden müssen, will gelernt werden. Die wesentlichen Funktionen hat man jedoch schnell raus. Toll auch, dass es Tasten mit einer anständigen Haptik sind und kein Touchfeld oder ähnliches. Deutlich einfacher ist die Bedienung und die Einstellung via App. Hier hatten wir zunächst Probleme bei der Verbindung, nachdem wir andere Smarthelme aus dem Test entkoppelt hatten, lief die Bluetooth-Connection mit dem Iphone problemlos.
Detail Sena R1

Der Helm muss via Mini-USB geladen werden, Akkuprobleme hatten wir im Testzeitraum (auch bei niedrigen Temperaturen) nicht erlebt.

Das Highlight des R1 ist das Intercom: Nachdem man sich mit seinen Mitfahrern auf einen Kanal geeinigt hat, schaltet man via Knopfdruck das Intercomein – und kann sich während der Fahrt einwandfrei unterhalten. Nur bei starkem Wind oder ganz viel Verkehrslärm muss man sich gegebenenfalls wiederholen. Sonst top! Das Fahren zu zweit macht so viel mehr Spaß und das gegenseitige Anschreien hat endlich ein Ende. Laut Hersteller kann man sich über bis zu 900 Meter unterhalten, in unserem Praxistest waren 500 Meter locker drin. Ein echter Mehrwert, wenn man mit seinem Partner oder guten Freunden fährt.
Kurios: Es gibt auch so etwas wie Sprachsteuerung. Mit "Hello Sena" aktiviert man diese, es gibt jedoch nur den Befehl "Taillight" (Rücklicht), der das Rücklicht ein- und ausschaltet. Gut möglich, dass Updates des Herstellers weitere Sprachbefehle bringen.

Musik, Telefonie, Radio, Intercom

Ist der Sena mit dem Smartphone gekoppelt, sind auch spontane Anrufe kein Problem. Auch hier ist die Sprachqualität völlig ausreichend und der Gesprächspartner ist sehr gut verständlich. Klar, dass auch Musik oder Podcasts während der Fahrt kein Problem sind. Die Lautsprecher sitzen in der Helmschale über den Ohren. Diese sorgen zwar für kein Hi-Fi-Erlebnis, der Klang geht jedoch unseres Erachtens völlig in Ordnung. Als wäre das nicht genug, haben die Entwickler auch noch ein FM-Radio eingebaut. Bis zu zehn Sender können gespeichert werden, via Knopfdruck begrüßen die Morningshow-Moderatoren den Fahrradpendler auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit.
Der Sena R1 richtet sich in erster Linie an Pendler und Tourenfahrer, doch auch Radsportler im Training könnten Spaß an der Kommunikationstechnik haben. Mit 406 Gramm Gewicht ist der R1 nicht so leicht wie ein Performance-Helm. Und die Technik hat ihren Preis, 140 Euro. Dafür bekommt man jedoch viele sinnvolle Funktionen die sich auf dem Weg zur Arbeit oder auf Radreise schnell bezahlt machen dürften.

Technische Daten Sena R1

  • Funktionsumfang: Headset, Telefonie, Intercom, FM-Radio, Rücklicht
  • Gewicht: 406 Gramm (Größe M)
  • Verbindung: Bluetooth 4.1
  • App "Sena Cycling" für IOS und Android
  • Intercom: bis zu 12 Stunden Laufzeit, 900 Meter Reichweite (Herstellerangaben)
  • Preis: 140 Euro
  • Website

Sena R1

Lennart Klocke

von Lennart Klocke

Zwei schmale Reifen, ein tiefer Lenker und eine freie Landstraße: Mehr braucht Lennart Klocke nicht zum Glücklichsein. Als BIKE BILD-Autor testet der Rennrad-Fan am liebsten neues Equipment und Fahrrad-Gadgets.