BIKE BILD, Ausgabe 6/2018

Großes Winter-Special: Bekleidung, Helme, Handschuhe, Gadgets

Natürlich, es gibt kein schlechtes Wetter, eben nur falsche Kleidung. In der aktuellen Ausgabe zeigen wir, wie Sie warm und sicher und mit Spaß durch die kalten Monate kommen.

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Mit vernünftigen Fahrrädern, der richtigen Bekleidung und sicherer, funktionaler Ausrüstung macht Fahrradfahren auch im Winter Spaß.

Wenn die Menschen draußen in dicken Daunenjacken umherlaufen, sich die Pudelmützen weit über die Ohren ziehen und die Dunkelheit überhandnimmt, dann sind plötzlich deutlich weniger Radfahrer auf der Straße zu sehen. Winterzeit – Sturm, Regen, Kälte. Zumindest meist. Es gibt jedoch auch viele tolle Wintertage mit Sonnenschein und Windstille. Selbst dann sieht man jedoch nur selten Radfahrer. Fast scheint es, als seien diejenigen, die sich im Winter mit dem Fahrrad hinaustrauen, knallharte Superhelden, denen Kälte rein gar nichts anhaben kann.
Tatsächlich benötigt man keine Superkräfte, um im Winter zu radeln. Das zeigen Orte mit besonders hohem Winter-Radverkehrsanteil, wie die finnische 200000-Einwohner-Stadt Oulu. Dort würden die Menschen über das, was wir Deutschen als Winter bezeichnen, lachen. In Oulu liegt an 160 bis 175 Tagen im Jahr Schnee. Dennoch ist der Radverkehrsanteil mit 32 Prozent im Sommer und 12 Prozent im Winter sehr hoch. Die Skandinavier sind indes nicht aus anderem Holz geschnitzt als wir, sie fahren ganz einfach trotz der widrigen Umstände weiter – Einstellungssache.

Mit vernünftigen Fahrrädern, der richtigen Bekleidung und sicherer, funktionaler Ausrüstung macht Fahrradfahren auch im Winter Spaß.

Unsere 10 Top-Tipps fürs Radfahren im Winter

  1. Weniger ist mehr. Wer zu warm angezogen ist, schwitzt. Nasse Kleidung führt zu einem Kältegefühl. Richtig angezogen ist man meist, wenn man beim Verlassen der Wohnung leicht fröstelt. Die Bewegung auf dem Rad bringt dann die Wärme.
  2. Vorsicht vor rutschigem Laub, Nässe oder gar Eis. Der Bremsweg ist länger als üblich. Im Zweifel: Tempo reduzieren. Kurven vorsichtig fahren.
  3. Immer eine Regenjacke und Regenhose in der Tasche haben. Dann macht der überraschende Schauer keine Probleme.
  4. In einem hartnäckigen Winter mit viel Schnee und Eis können Reifen mit Spikes helfen. Sie sind nicht besonders teuer und ermöglichen selbst auf Eisplatten entspanntes Fahren.
  5. Wasserdichte Rucksäcke oder Packtaschen halten die Wechselkleidung selbst bei grausigen Wetterbedingungen trocken.
  6. Die winddichte Schicht nicht vergessen. Sonst bläst der Wind durch die Kleidung hindurch.
  7. Durch die Nässe, den Dreck und das Streusalz leidet die Kette. Damit sie lange hält, sollte sie regelmäßig ab- gewischt und neu geölt werden.
  8. Gute Schutzbleche schützen vor Schlamm und Wasser.
  9. Die Sichtverhältnisse sind im Winter schlechter, insbesondere bei Nässe, Nebel und Dunkelheit. Helle, reflektierende Kleidung schafft mehr Sicherheit.
  10. Breitere Reifen und/oder weniger Luftdruck bedeuten mehr Grip.

Das Zwiebelprinzip: Lagen! Lagen! Lagen!

Natürlich können wir einfach die Winterjacke anziehen, und los geht es. Wer aber sportlicher unterwegs ist, der sollte über Funktionsbekleidung nachdenken. Wichtig ist hier das Zwiebelprinzip, genauer gesagt das Tragen von vielen Bekleidungsschichten. Die unterste – direkt auf der Haut – ist das Baselayer. Dieses sollte besonders atmungsaktiv sein und die Feuchtigkeit nach außen leiten, damit keine nasse Schicht auf der Haut klebt. Einige Menschen schwören auf Merinowolle, da diese auch nass noch wärmt und sich unangenehme Gerüche meist erst nach mehreren Fahrten entwickeln. Das ist praktisch – auch für diejenigen, die sich vor der Arbeit nicht noch umziehen wollen oder können. Ganz so gut wie hochwertige Funktionsmaterialien atmet Merinowolle allerdings nicht.

In der aktuellen Ausgabe: 8 Regenjacken im Vergleichstest.

Bei kälteren Temperaturen ist eine winddichte äußere Schicht äußerst empfehlenswert, denn sie verhindert, dass der eisige Wind durch die restlichen Kleidungsstücke hindurchpustet. Zwischen Baselayer und Wind- oder Regenjacke können beliebig viele Bekleidungsschichten getragen werden. Der Vorteil: Ist es beim Fahren zu kalt, kann eine hinzugefügt werden. Wird dem Radfahrer zu warm, zieht er eine Schicht aus. Das Zwiebelprinzip kann auch bei Hosen, Handschuhen oder an den Füßen angewendet werden. Achtung: Wird es zu eng, kann die Durchblutung der Extremitäten gestört werden. Im Ergebnis frieren wir dann, obwohl es nicht notwendig wäre. Um den Kopf und die Ohren warm zu halten, gibt es von zahlreichen Herstellern dünne, winddichte Mützen und Stirnbänder, die unter einem Helm getragen werden können. Schlauchtücher oder Schals schützen Hals und Nacken erfolgreich vor kalter Luft.

Weitere Themen im großen Winter-Special in der BIKE-BILD-Ausgabe 6/2018

  • Nie mehr kalte Hände: Wie Sie den richtigen Handschuh finden
  • Warme Füße: So bleibt die Wärme im Schuh
  • 8 Radjacken im Vergleichstest
  • Regenhosen: Woran Sie gute Modelle erkennen
  • 20 Radlampen im großen Test
  • Kopfschutz: Helme für mehr Sicherheit und Sichtbarkeit

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BIKE BILD erscheint sechsmal pro Jahr. Das Titelthema der Ausgabe 6/2018 ist das große Winter-Spezial. Wir helfen Ihnen, warm und sicher durch die dunkle Jahreszeit zu radeln.