Aufsprühen, abwaschen, fertig!

Fahrradreiniger im großen Labor-Test

Mit speziellen Reinigungsmitteln ist Fahrradputzen gar nicht so schwierig. Wir zeigen, worauf es bei der Anwendung der Flüssigkeiten ankommt, und haben 12 Fahrradreiniger im Prüflabor miteinander verglichen.

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Die Konstruktion des Sprühkopfs entscheidet mit darüber, ob das Reinigen zur Geduldsprobe wird oder leicht von der Hand geht.

Ein gepflegtes Fahrrad hat nur Vorteile: Es fährt widerstandsärmer, verschleißt über die Zeit weniger und sieht einfach schöner aus. Die Sache hat aber einen Haken: Je nach Nutzung und Jahreszeit muss es regelmäßig von Schmutz befreit werden. Keine Aufgabe, die man gern übernimmt. Spezielle Fahrradreinigungsmittel erleichtern diese Prozedur jedoch enorm.
Sie kommen meist in Flaschen mit 0,5 bis 1 Liter Flüssigkeit, die von einem Sprühkopf an die verschmutzte Stelle gesprayt wird. Einzige Ausnahme in unserem Testfeld ist Shimano mit einer Aerosol-Sprühdose. Die Reinigungsmittel sind für Rahmen, Komponenten und Antrieb gleichermaßen geeignet und dürfen überall großzügig aufgetragen werden. Sie sollen fettige und ölhaltige Rückstände im Antriebsbereich lösen sowie Staub und Matsch vom Rahmen entfernen.

Galerie: 12 Fahrradreiniger im Labor-Test

Keine leichte Aufgabe für die Tüftler in den Laboren der jeweiligen Hersteller. Zumal Fahrradreiniger, so sieht es der Gesetzgeber vor, biologisch abbaubar sein müssen. Deswegen dürfen Marken genau genommen auf ihren Verpackungen auch nicht mit einem Etikett „biologisch abbaubar“ werben. Dennoch empfehlen wir, Fahrräder nur auf leicht zu reinigenden Böden beziehungsweise an Orten mit Ablauf zu putzen, denn nebst dem Reiniger werden auch Schmierfett und Öle herausgespült. Im Zweifelsfall ist eine Selbstbedienungs-Autowaschanlage der beste Ort für die Anwendung der Reinigungsmittel.

Nicht vergessen: fünf bis zehn Minuten Einwirkzeit

Ein häufiger Fehler bei der Fahrradreinigung ist, dass den Mitteln zu wenig Einwirkzeit gelassen wird. Ungefähr die Hälfte der getesteten Produkte gibt einen bestimmten Zeitraum an, den das Mittel zum Wirken benötigt. Die meisten brauchen fünf Minuten, spätestens nach zehn Minuten kann man den Reiniger mit Wasser abspülen.
Das sollte entsprechend gründlich geschehen, denn die Substanzen gehen gegen den Schmutz mehr oder weniger aggressiv zu Werke. Damit der Lack, die Komponenten oder andere Oberflächen keinen Schaden nehmen und sich Rückstände bilden, sollte man mit einem Schwamm oder dem Gartenschlauch nachspülen.

Während die getesteten Reinigungsmittel durchschnittlich doppelt so viel kosten pro Liter, schneidet das billigste Modell mit einem Literpreis von nur 10,95 Euro bereits gut ab.

Tipp: Wer keinen Gartenschlauch hat, kann einen Pumpsprüher aus dem Baumarkt verwenden. Hochdruckreiniger aus der Autowaschanlage sollten wenn überhaupt nur auf eine Entfernung von mehreren Metern verwendet werden, und man darf den Strahl keinesfalls auf den Tretlager- und Antriebsbereich richten. Der letzte Schritt ist das Abtrocknen mit einem trockenen Tuch.

Nach der Reinigung die Kette ölen

Zu beachten ist, dass Reiniger Schmiermittel aus der Kette lösen können. Wenngleich sie das nicht so rigoros tun wie ein spezieller Entfetter, sollte man nach einer Fahrradreinigung der Kette neues Öl gönnen. Egal ob Mountainbike, Straßenrenner, Cityrad oder E-Bike: Ein frisch gereinigtes Rad mit einem neu geschmierten Antrieb fährt sich (fast) so gut wie ein neues Rad.

Die Fahrradreiniger im Vergleich

Fahrradreiniger

Preis/Preis pro Liter

Wertung

Atlantic Komplett Reiniger

11,50 Euro/23,00 Euro

gut

Dr. Wack F100

14,99 Euro/29,98 Euro

sehr gut

Finish Line Super Fahrrad Reiniger

12,99 Euro/12,99 Euro

gut

Hanseline Velo-Clean SKS Wash Your Bike

10,50 Euro/21,00 Euro

gut

Muc-off Fahrradreiniger

16,49 Euro/16,49 Euro

gut

r.s.p. Muddy Buddy 

10,90 Euro/21,80 Euro

gut

Shimano Bike Wash

18,95 Euro/47,38 Euro

gut

SKS Wash Your Bike

12,99 Euro/17,32 Euro

sehr gut

Sonax Bike Reiniger

12,99 Euro/17,32 Euro

sehr gut

Tunap Sports Intensiv Reiniger

14,95 Euro/14,95 Euro

befriedigend

White Lightning Wash & Shine

11,99 Euro/12,69 Euro

gut

Zéfal Bike Wash

10,95 Euro/10,95 Euro

gut

So hat BIKE BILD die Fahrradreiniger getestet

Unseren Vergleichstest haben wir in Kooperation mit dem Reinigungsmittelhersteller Sonax in dessen Prüflabor durchgeführt. An zwei Testtagen haben wir nicht nur untersucht, in welchem Verhältnis Wirkung und Verträglichkeit zueinander stehen, sondern auch, wie gut sich das gesamte Produkt – Flüssigkeit, Flasche und Sprühkopf – in der Praxis schlägt.
Reinigungsleistung Wie gut das jeweilige Mittel Schmutz entfernt, steht an erster Stelle. Dafür haben wir die Fahrradreiniger auf zwei Testoberflächen, eine mit fettigem, öligem Schmutz und eine mit staubigem Schmutz, aufgetragen. Kurios: Für die Art der Verdreckung gibt es vom Verband der Reinigungsmittelhersteller Norm-Schmutz, getestet haben wir mit T-41 und T-30. So ist die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse gewährleistet. Nach fünf Minuten Einwirkzeit haben wir den Schmutz mit einem Wasserstrahl von der Oberfläche gespült und das Ergebnis optisch bewertet.

Farbe und Geruch unterscheiden sich im Testfeld deutlich, Rückschlüsse auf die Reinigungsleistung kann man daraus jedoch nicht ziehen.

Reinigungsleistung Wie gut das jeweilige Mittel Schmutz entfernt, steht an erster Stelle. Dafür haben wir die Fahrradreiniger auf zwei Testoberflächen, eine mit fettigem, öligem Schmutz und eine mit staubigem Schmutz, aufgetragen. Kurios: Für die Art der Verdreckung gibt es vom Verband der Reinigungsmittelhersteller Norm-Schmutz, getestet haben wir mit T-41 und T-30. So ist die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse gewährleistet. Nach fünf Minuten Einwirkzeit haben wir den Schmutz mit einem Wasserstrahl von der Oberfläche gespült und das Ergebnis optisch bewertet.
Handhabung Bei der Praxistauglichkeit offenbarten sich deutliche Unterschiede im Testfeld und die verschiedenen Herangehensweisen der Hersteller: Einige Flaschen lagen sehr gut in der Hand, andere waren nach kurzer Anwendungszeit schon recht unangenehm. Besonders auf die Qualität des Sprühkopfes kommt es an: Bei manchen lässt sich das Sprühbild einstellen, einige geben ihre Flüssigkeit zu sparsam ab, andere wiederum verteilen viel Mittel neben dem Ziel. Getestet haben wir auch, ob die Sprühköpfe dicht sind, wenn man sie kopfüber hält, das schafften in unserem Vergleich nur sieben von zwölf Produkten.

Galerie: 12 Fahrradreiniger im Labor-Test