Fahrradhandschuh für die Übergangszeit

Gore C3 Stretch Mid-Handschuh im Test

Radfahrer frieren vor allem an Händen und Füßen – wärmende Handschuhe gehören aus diesem Grund zu Pflichtausrüstung für Radler. Die Gore C3 Stretch Mid-Handschuhe preist der Hersteller für die Übergangszeit an. Wir verraten, wie sich das Modell im Alltag, auf dem Rennrad und bei wechselnden Temperaturen geschlagen hat.

Datum:

Schwarzer Grund mit silberfarbenen Elementen – die Gore-Handschuhe punkten bei jenen, die ein schlichtes Design schätzen. Das C3-Modell gibt es auch im leuchtenden Neongelb, wodurch sich die Sichtbarkeit erhöht.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Die dünnen und leichten Handschuhe richten sich vor allem an sportive Fahrer, die ein hohes Maß an Atmungsaktivität benötigen. Gut, wenn man an einem kühlen Morgen startet und die Handschuhe im Verlauf des Tages in der Trikottasche verstauen möchte. Mit Abstrichen können auch Pendler mit dem C3-Handschuh von Gore Spaß haben. Wer allerdings richtige Kälteschützer sucht, sollte auf ein anderes Modell umschwenken. Wir empfehlen das Modell für Temperaturen zwischen 15 bis allerhöchstens fünf Grad, je nach Temperaturempfinden, auf keinen Fall für kältere Tage.

Pro

  • Geringes Gewicht (25 Gramm pro Handschuh)
  • Gel-Kissen verbessern Komfort
  • Tatsächlich winddicht
  • Viel Bewegungsfreiheit
  • Intelligende Gore-Tex-Membran
  • Touchscreen-Bediengung (Zeigefinger, Daumen)

Kontra

  • Für richtig kalte Tage zu dünn
  • Stattlicher Preis (54,95 Euro)

Gore C3 Stretch Mid-Handschuhe

Radfahrende Menschen kennen die zwei neuralgischen Punkte am Körper, die maßgeblich darüber entscheiden, ob man friert oder nicht: Das sind Füße und Hände. Handschuhe für Radfahrer gehören daher zur Pflichtausrüstung an kälteren Tagen – eine Alternative, um die empfindlichen Finger warm zu halten, gibt es nicht. Im Tiefwinter ist die Empfehlung recht simpel: So viel Stoff wie möglich, am besten mit Windstopper-Funktion, um dem Wind-Chill-Effekt zu entkommen.
Schwieriger wird es, wenn das Thermometer im Tagesverlauf abrupt klettert oder spontan abfällt. Wenn die aufgehende Sonne beispielsweise trotz kühler Außentemperaturen ein warmes Gegengewicht bildet. Viele Radler kennen genau dieses Problem, gerade in der Übergangszeit: Wenn es morgens noch empfindlich kalt ist, braucht man einen Handschuh, der wärmt, aber später im Tagesverlauf bei steigenden Temperaturen eben auch nicht überhitzt. Schlechte Produkte versagen in solchen Szenerien typischerweise, gute zeigen indes, was sie können. In welche Kategorie gehört der Übergangshandschuh Gore C3 Stretch Mid-Handschuhe?

Passform Gore C3 Stretch Mid-Handschuh: eng, angenehm, sportlich

Wie eine zweite Haut soll der Gore-Handschuh sitzen, so verspricht es der Hersteller in seinem Datenblatt. Nun gut, in gewisser Weise tut er dies tatsächlich, denn das Material ist federleicht, die Nähte auf ein Minimum reduziert und das Polyester-Elasthan-Gemisch schmiegt sich wunderbar an die Haut. Abgerundet werden die angenehmen Stoffeigenschaften durch das angeraute Innenfutter. So entsteht ein insgesamt wohliges Tragegefühl. Allerdings ist der "Stretch" im Namen eher kosmetischer Natur. Der Autor dieser Zeilen kommt sonst mit Handschuhen in L hin, fühlt sich in den Gore C3 Stretch Mid-Handschuhen aber erst in der getesteten XL-Größe so richtig wohl. Die Finger haben zwar insgesamt ausreichend Spiel, bringt man aber – etwa auf dem Renner etwa – Spannung aufs Material, schneidet es leicht die Haut zwischen den Fingern. Etwas mehr Puffer wäre hier wünschenswert.

Der Handschuhrücken ist lang gezogen. Sollte in sportlicher Sitzposition die Jacke hochrutschen, entsteht nicht gleich ein unangenehmer, stofffreier Zwischenraum.

Zugegeben, wir meckern hier auf wirklich hohem Niveau, andere Hersteller zeigen mitunter leider, dass man bei der Passform deutlich tiefer ins Klo greifen kann. Unsere Empfehlung: Interessenten sollten den Handschuh lieber eine Nummer größer bestellen. Dennoch, wer saftige 54,95 Euro für einen 25 Gramm leichten Übergangshandschuh aufruft, muss sich kleinliche Kritik gefallen lassen.
Hinsichtlich der Passform ist uns indes aufgefallen, dass der Handschuhrücken ziemlich lang gezogen ist. Dadurch entsteht keine unangenehme Freifläche zwischen Jacke und Handschuh, sondern wird stofflich geschützt und wärmt so.

Überragendes Feuchtigkeitsmanagement beim Extremtest

Die Stärke des Handschuhs zeigten sich beim Indoor-Härtest. Bei Innentemperaturen von 20 Grad setzten wir uns auf die Fahrradrolle (in kurz, kurz) und pedalierten 30 Minuten unter moderater Belastung. Während der Schweiß vom Kopf aufs Handtuch tröpfelte, blieb das Innere der Handschuhen trocken. Kompliment, der Feuchtigkeitstransport der Handschuhe spielt in seiner ganz eigenen Liga. Hierfür maßgeblich verantwortlich ist das den Preis nach oben jagende Gore-Tex-Infinium-Material.
Nehmen wir es an dieser Stelle vorweg: Die Handschuhe sind damit prädestiniert für sportliche Fahrer, die mit wechselnden Temperaturen zu kämpfen haben und einen exzellenten Feuchtigkeitstransport wünschen. Aber was ist mit Pendlern – eignet sich der Übergangshandschuh auch für den Alltag?

Das eingearbeitete Gelpolster an den Handinnenflächen puffert Vibrationen, etwa durch Bodenwellen, souverän weg.

Kluge Features freuen Pendler

Fahrradpendler könnte gefallen, dass kleine, Komfort spendende (Gel-)Polster an der Auflagefläche eingearbeitet sind. Gleichermaßen durchdacht ist, dass zusätzlicher Stoff die Fläche zwischen Daumen und Zeigefinger verstärkt, ein Bereich der Hand, der gern mal schmerzt, wenn man den Lenker umfasst; außerdem ist diese Stelle auch Kontaktpunkt zwischen Hand bzw. Handschuh und kaltem Lenker. Zusätzlich sind rutschfeste Silikon-Elemente an Mittel-, Ring- und kleinem Finger verarbeitet. In puncto Sicherheit hätten wir uns mehr Reflektorenfläche gewünscht – lediglich die Schriftzüge (Gore und das Gore-Tex-Logo) leuchten im Dunklen. Wichtig für Digital Natives: Das Smartphone (bitte nicht während der Fahrt) lässt sich dank der Elemente an Zeigefinger und Daumen an beiden Seiten des Handschuhs mit den Handschuhen problemlos bedienen.
So gut der Handschuh bei Trockenheit auch performt, bei Regen gerät der Handschuh sehr schnell an seine Grenzen. Ein paar kleine Tropfen können dem Handschuh zwar noch nichts anhaben, sobald aber dauerhaft Wasser auf die Außenfläche strömt, ist es fix vorbei mit der abweisenden Wirkung. Damit wird dann auch die – tadellos arbeitende! – windabweisende Funktion des Gore-Tex-Infinium-Materials außer Gefecht gesetzt.
Fazit: Die dünnen und leichten Handschuhe richten sich vor allem an sportive Fahrer, die ein hohes Maß an Atmungsaktivität benötigen. Gut, wenn man an einem kühlen Morgen startet und die Handschuhe im Verlauf des Tages in der Trikottasche verstauen möchte. Mit Abstrichen können auch Pendler mit dem C3-Handschuh von Gore Spaß haben. Wer allerdings richtige Kälteschützer sucht, sollte auf ein anderes Modell umschwenken. Wir empfehlen das Modell für Temperaturen zwischen 15 bis allerhöchstens fünf Grad, je nach Temperaturempfinden, auf keinen Fall für kältere Tage.
Technische Daten
  • Preis: 54,95 Euro
  • Gewicht: 25 Gramm (pro Handschuh)
  • Material: Polyester/Elasthan
  • Funktion: Winddicht, wasserabweisend
  • Website: www.gorewear.com

Gore C3 Stretch Mid-Handschuhe

Daniel Eilers

von Daniel Eilers

Daniel Eilers ist Redakteur bei BIKE BILD. Räder sind für ihn zweierlei: das perfekte Sportgerät und klügste Fortbewegungsmittel unserer Zeit.